"The Heat is on": Das Potenzial von Wärmepumpen in Deutschland

20. Januar 2026 – Zusammenfassung

Deutschlands Weg zur Netto-Null-Emissionsbilanz führt über seine Häuser und Gebäude. Der Bausektor, der für 21 % der Emissionen des Landes verantwortlich ist, hinkt bei der Dekarbonisierung hinter anderen Sektoren hinterher. Bis 2025 werden die Emissionen aus Gebäuden den Netto-Null-Pfad voraussichtlich um fast 40 % überschreiten. Ohne schnellere Fortschritte sind die übergeordneten Klimaziele des Landes gefährdet.

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Die Heizung ist das Kernproblem – und gleichzeitig die Lösung. Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf kohlenstoffarme Alternativen, insbesondere Wärmepumpen, ist unerlässlich. Wärmepumpen sind effizient, zunehmend kostengünstig und können sowohl heizen als auch kühlen. Es wird erwartet, dass sie bis 2045 über 60 % des Heizbedarfs in deutschen Haushalten decken werden, was sie zu einem zentralen Element der Netto-Null-Ziele des Landes macht. Dennoch hat sich ihre Verbreitung stark verlangsamt. Im Jahr 2024 gingen die Verkaufszahlen für Wärmepumpen in Deutschland um fast die Hälfte zurück, wobei hohe Strompreise zu anderen Hindernissen wie erheblichen Vorabinvestitionen, anhaltender politischer Unsicherheit und allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten für Haushalte hinzukamen.

Zwar gibt es in Deutschland großzügige Subventionen, die 30 bis 70 % der Kosten decken, doch sind diese nicht zielgerichtet. Da die Förderung an die Höhe der Investition gekoppelt ist, begünstigt das derzeitige System tendenziell Haushalte mit höherem Einkommen und treibt die Installationspreise in die Höhe. Selbst nach Subventionen liegen die Selbstkosten oft über 9.000 bis 12.000 Euro, was Wärmepumpen für viele unerschwinglich macht, da jeder dritte deutsche Haushalt über ein Nettovermögen von weniger als 10.000 Euro verfügt. Auch wenn Wärmepumpen aufgrund ihrer niedrigeren Betriebskosten gegenüber fossilen Heizkesseln im Vorteil sind, kann es mehr als sieben Jahre dauern, bis sich die hohen Mehrkosten amortisiert haben.

Um die Akzeptanz zu beschleunigen, sind Reformen erforderlich, die sowohl die Erschwinglichkeit als auch die Fairness verbessern. In diesem Zusammenhang sollte das für Ende Januar erwartete „Gebäudemodernisierungsgesetz” Maßnahmen wie Pauschalsubventionen, einkommensabhängige Unterstützung und Zugang zu kostengünstigen Finanzierungen vorsehen, um die Vorlaufkosten zu senken und Wärmepumpen für Haushalte mit geringerem Einkommen zugänglich zu machen. Parallel dazu sollten die politischen Entscheidungsträger die langfristigen Kostenrisiken einer Beibehaltung fossiler Heizsysteme, einschließlich steigender Gasnetzgebühren, klar kommunizieren, damit Haushalte fundierte Investitionsentscheidungen treffen können. Die Behebung des Arbeitskräftemangels bei der Installation, die Straffung der Vorschriften und die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Politik werden ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein.

Der langfristige Erfolg der Transformation des Bausektors und der Einführung von Wärmepumpen hängt davon ab, dass die Preisdifferenz zwischen sauberer und fossiler Heizung geschlossen wird. Das bedeutet, dass direkte und indirekte Subventionen für fossile Brennstoffe in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro schrittweise abgeschafft, die CO2-Bepreisung verstärkt und die Dekarbonisierung des Stromsektors beschleunigt werden müssen. Die richtige Heizung ist nicht nur für die Klimaziele Deutschlands von zentraler Bedeutung, sondern auch entscheidend dafür, dass die Energiewende sowohl realisierbar als auch gerecht ist.

Patrick Hoffmann
Allianz Investment Management SE

Katharina Utermöhl

Allianz Investment Management

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