Bergbau der Zukunft: Steigende Nachfrage, aber langsame Transformation der Lieferketten

25. Februar 2026 – Zusammenfassung

Ein doppelter Wandel treibt die Nachfrage nach Mineralien in die Höhe, da Dekarbonisierung und Digitalisierung gleichzeitig die industrielle Basis umgestalten. Energiesysteme verlagern sich in Richtung Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Speicherung und erweiterte Netze, während künstliche Intelligenz hohe Investitionen in Rechenzentren und Computerinfrastruktur vorantreibt. Die Nachfrage nach kritischen Mineralien wird entsprechend steigen. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass sich die Lithiumnachfrage bis 2040 verfünffachen könnte; Graphit und Nickel könnten sich verdoppeln; Kobalt und Seltenerdelemente könnten um 50–60 % steigen und die Kupfernachfrage um etwa 30 %. Um diesen Anstieg zu bewältigen, sind nicht nur neue Minen erforderlich, sondern auch erweiterte Verarbeitungskapazitäten, Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte. Gleichzeitig wird sich der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln, was die Notwendigkeit von Investitionen in das Stromnetz und zusätzliche Materialien unterstreicht.

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Die Versorgung hat Mühe, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Obwohl eine stärker kreislauforientierte Wirtschaft letztendlich die Abhängigkeit von Primärrohstoffen verringern könnte, lassen sich die Lieferketten für wichtige Übergangsmineralien nur langsam ausbauen. Neue Projekte benötigen Jahre für die Genehmigung und Finanzierung und sehen sich steigenden ökologischen und sozialen Standards gegenüber. Das Tempo, mit dem die Förder- und Verarbeitungscapacity wachsen kann, ist daher ein zentraler Engpass; wenn es nicht gelingt, verantwortungsbewusst zu skalieren, besteht die Gefahr, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verlängert wird.

Umweltbelastungen verstärken diese Engpässe. Der Bergbau trägt etwa 2–4 % zum globalen BIP bei, sichert Millionen von Menschen ihren Lebensunterhalt und ist für etwa 4–7 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Obwohl der Bergbau weniger bedeutend ist als die Landwirtschaft oder die städtische Expansion, was den Waldverlust betrifft, wurden zwischen 2001 und 2023 fast 20.000 km² direkt abgeholzt, wodurch etwa 0,75 Pg CO₂ entstanden sind – etwas mehr als die jährlichen Emissionen Deutschlands im Jahr 2024. Strengere Betriebsvorschriften, Renaturierungsmaßnahmen und glaubwürdige Ausgleichsmechanismen wie Biodiversitätsausgleich und Wiederaufforstung könnten diese Auswirkungen verringern. Auch wenn dies umstritten ist, könnte eine wirksame Umsetzung dazu beitragen, den Netto-Waldverlust bei steigender Nachfrage nach Mineralien zu begrenzen.

Um diese Lücke zu schließen, sind erhebliche Investitionen erforderlich. Wir schätzen den kumulierten Investitionsbedarf bis 2040 für Bergbau, Verarbeitung und Kreislaufwirtschaft auf rund 1,1 Billionen US-Dollar. Nachhaltigkeit ist zu einer verbindlichen Produktionsbeschränkung geworden: Genehmigungen, Versicherungen und die Zustimmung der Bevölkerung beeinflussen die Kapazitäten mittlerweile ebenso direkt wie technische Faktoren. Aus den Angaben der Unternehmen geht hervor, dass für die Dekarbonisierung, die Entsorgung von Abraum, das Recycling und Umweltkontrollen etwa 450 Mrd. USD erforderlich sein könnten. Nach Berücksichtigung der Überschneidungen mit den etwa 800 Mrd. USD, die für die Erschließung neuer Vorkommen benötigt werden, beläuft sich der Gesamtkapitalbedarf weiterhin auf fast 1,1 Billionen USD.

Nachhaltiger Bergbau ist ein wesentlicher Bestandteil des Übergangs. Eine Unterinvestition birgt das Risiko, dass die Stilllegungsverpflichtungen auf die Gesellschaft abgewälzt werden und das Projektrisiko steigt. Hier können verbesserte nachhaltige Praktiken und Abläufe eine Win-Win-Situation schaffen. Klare, frühzeitige Erwartungen seitens der Regulierungsbehörden, Gemeinden und Kunden würden es ermöglichen, die Kosten im Voraus zu kalkulieren, die Beteiligung zu optimieren und die Glaubwürdigkeit der Genehmigungen zu verbessern.

Markus Zimmer
Allianz SE

Jasmin Gröschl
Allianz Investment Management SE

Hazem Krichene  
Allianz Investment Management SE

Katharina Utermöhl

Allianz Investment Management

Ano Kuhanathan
Allianz Trade

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